junge Bands entstehen aus Musikunterricht
Am diesjährigen DoremiFestival treten 60 Schülerinnen und Schüler in 11 frisch gegründeten Schülerbands und Ensembles auf, die sich grösstenteils extra im Vorfeld für dieses Festival gebildet haben. Die nicht-kommerzielle, ehrenamtlich organisierte Veranstaltung in Bern, für die Kinder und Jugendliche als Bands zusammenfinden, kommt 2026 in die dritte Runde.
Von den Anfängen bis zur Gründung des Verein DoReMiFa
Vor zwei Jahren wurde das DoremiFestival von Lehrkräften der Musikschule Kellenberger durch Freiwilligenarbeit ins Leben gerufen, um ihre Schülerinnen und Schüler auf kreative und motivierende Art miteinander in Kontakt zu bringen. Heute wird das Festival vom gemeinnützigen Verein «DoReMiFa – gemeinsam Musik leben und teilen» getragen. Verins-Co-Präsident Robin Kellenberger sagt: «Das DoremiFestival ist ein Anlass für erste Bühnenerfahrungen, an dem musikalische Freundschaften und junge Bands entstehen.»
Bildschirmaufnahme aus einer Videoaufnahme am ersten DoremiFestival 2024
Die Idee hinter dem Festival entstand aus einer einfachen Beobachtung der beiden Brüder Timon und Robin Kellenberger, den heutigen Co-Präsidenten des neuen Vereins DoReMiFa: «Viele Kinder und Jugendliche würden gerne eine Band zu gründen, wissen aber oft nicht, wie und wo sie Gleichgesinnte finden können. Genau dort setzt das DoremiFestival an.» meint Timon. Der Kontakt zwischen Schülerinnen und Schüler, die unterschiedliche Instrumente spielen lernen, ist für eine solche Festivalidee natürlich praktisch.
Timon Kellenberger
Robin Kellenberger
Schlagzeug- und Handpanlehrer Robin und Gitarrenlehrer Timon, die auch zusammen als Band «Snäre» auftreten, erinnern sich dabei gerne an eigene Schülerkonzerte aus ihrer Kindheit – und daran, wie positiv prägend diese Erlebnisse waren. «Diese Begeisterung möchten wir an die nächste Generation weitergeben.» meint Timon. Die Musikschule Kellenberger wurde so 2024 in der ersten Ausgabe des Festivals zu einem Begegnungsort, an dem junge Menschen erste Erfahrungen in Bands sammelten, gemeinsam probten und erleben konnten, wie es sich anfühlt, zusammen auf einer Bühne zu stehen. Für viele wird es auch dieses Jahr das erste Mal vor Publikum überhaupt sein.
2025 - Das DoremiFestival wächst
Finales Ensemble am DoremiFestival 2025
Während 2024 «nur» Schülerinnen und Schüler von Timon und Robin am Auftritt teilnahmen, erhielten die beiden 2025 Verstärkung von diversen weiteren Lehrkräften der Musikschule Kellenberger. Am DoremiFestival 2025 traten vier Bands und weitere Musikgruppen auf, mit insgesamt 22 Kindern und Jugendlichen. Die Konzerte fanden im Freien auf einer Rampenbühne am Standort Bern Weyermannshaus der Musikschule Kellenberger statt, und zum Publikum zählten etwa 150 Personen. Die Rückmeldung von Eltern und Freunden der Kinder war ausgesprochen positiv und die Verbindung zwischen mindestens einer an einem DoremiFestival neu gebildeten Band hielt langfristig.
Die Band «Sheepsbell»
Die Band Sheepsbell in ihrer damaligen Konstellation am DoremiFestival 2025
Diese Band, die langfristig hält, heisst «Sheepsbell». Drei von vier Mitgliedern von Sheepsbell hatten sich am DoremiFestival 2024 kennengelernt und treffen sich bis heute selbstständig jede Woche im Bandraum «Drum’n’Jam» der Musikschule Kellenberger. Einer davon heisst Leon Rojas. Der 17 Jährige besucht seit fast einem Jahrzehnt Klavier- Gitarren und Schlagzeugunterricht an der Musikschule. Der inzwischen 17-jährige Leon erzählt: «Am ersten DoReMiFestival habe ich bewusst die Augen offen gehalten, weil ich wusste, dass ich eine Band gründen möchte. Und jetzt sind wir zu viert. Es ist mega cool. Wir spielen vor allem Rock, Hardrock und Metal. Inzwischen komponieren wir sogar unsere eigenen Songs»
Das dritte DoremiFestival am 27. Juni 2026
Rund 60 Schülerinnen und Schüler wirken am diesjährigen DoremiFestival mit – verteilt auf 11 Bands und Ensembles sowie weitere musikalische Beiträge. Also in etwa die dreifache Grösse im Vergleich zum Vorjahr. Stilistisch reicht das Programm von Pop, Rock und Metal bis hin zu Klassik. Zusätzlich sind Einlagen aus der Frühförderung sowie Auftritte von Handpan-Gruppen geplant. Auch werden die Konzerte zum ersten Mal extern stattfinden, im Eventforum Bern an der Fabrikstrasse 12 in 3012 Bern.
Die Veranstaltung wird immer noch ehrenamtlich getragen und bleibt bewusst kostenlos zugänglich. Lehrkräfte, die dieses Jahr mithelfen, sind: Timon und Robin Kellenberger, Leana Gerber, Verena Studer, Larsen Genovese, Thomas Thüler, Clara Tordini, Mirjam Vogel, Fernando D’Amico, Miroslav Dragic, Magdalena Morales, Dominique Hunziker und Lukas Kaufmann – mit grossem persönlichem Engagement. Finanziert wird die Raummiete und neues Equipment voraussichtlich über DoReMiFa via Spenden und Kollekten.
Pläne für die Zukunft
Bereits jetzt gibt es Pläne, das DoremiFestival ab nächstem Jahr weiter zu öffnen: Künftig sollen auch Bands ausserhalb der Musikschule Kellenberger teilnehmen können. Damit könnte das Festival zu einer noch grösseren Plattform für junge Musikerinnen und Musiker aus der Stadt und Region Bern werden.